Bille dealt mit Hanfsalami

Steinhagen-Brockhagen. Wer glaubt, Salami ist gleich Salami, sollte sich mal durch das Angebot des Brockhagener Familienunternehmens Bille probieren. Neben altbekannten Wurstklassikern lässt man sich dort immer neue Kreationen einfallen. Jetzt hat die Firma mit Sitz an der Vennorter Straße sogar eine eigene Produktreihe für besonders extravagante Wurstsorten ersonnen. Eine davon heißt: XTRA-Power. Es ist die erste Geflügelsalami mit Hanfsamen-Ummantelung.

„Aus dieser Wurst können Sie keinen Joint drehen", stellt Beate Lütgert schmunzelnd klar, noch bevor man der Marketingbeauftragten aus dem Hause Bille die alles entscheidende Frage überhaupt gestellt hat. Der rauscherzeugende THC-Gehalt der Hanfsamen in der Wurst gehe gegen null. „Die Samen stammen aus der Nutzhanfproduktion, das hat mit Drogen nichts zu tun", erklärt Beate Lütgert. Gleichwohl habe es die Wurst in sich.

„Die Hanfsamen besitzen gleich mehrere positive Eigenschaften. Sie sind sehr proteinhaltig, enthalten wichtige Aminosäuren, die der Körper braucht, aber nicht selber bilden kann und eine ordentliche Portion Vitamin B", zählt die Marketingfrau auf. Schmecken tun die Samen auch. „Es ist ein mildes nussiges Aroma."

Bei den Kunden stieß die Hanfsalami trotzdem auf Skepsis. „Wir wurden in der Branche zunächst belächelt", berichtet Beate Lütgert. Ein Risiko, das Bille ganz offensichtlich bewusst eingeht. Denn die Verpackung kokettiert deutlich mit dem Marihuana-Image. Neongrüne Hanfblätter prangen auf rotem Untergrund. Daneben sieht die Konkurrenz im Wurstregal alt aus.

Marketingziel: Auffallen im Supermarktregal

„Wir wollen auffallen und uns von den Mitbewerbern absetzen", sagt Beate Lütgert. Der Endverbraucher reagiere positiv. „Uns haben im Unternehmen noch nie so viele Rückmeldungen zu einem Produkt erreicht wie zu dieser Salami", berichtet die Marketingbeauftragte. Umsatzzahlen nennt sie nicht, nur so viel: Die Hanfsalami, die in diesem Jahr auf den Markt gebracht wurde, habe sich bereits etabliert.

Die clevere Idee zur Hanfwurst kam der 2015 verstorbenen Junior-Chefin von Bille, Dina Schöning. „Wir waren zusammen auf der Biomesse in Nürnberg; da war vor einigen Jahren Hanf das ganz große Thema", erinnert sich Beate Lütgert. Tatsächlich hat sich Hanf längst als vielseitige Nutzpflanze einen Namen gemacht. Cannabis sativa, so der lateinische Name, bildet die Grundlage für Textilfasern, Öl, Kosmetik, Werkstoffe und eben Nahrungsmittel. Schöning und Lütgert waren sich einig: Aus diesem Trend machen wir was.

Zu der etwas anderen Salami-Produktfamilie gehört auch die Sorte XTREME-Hot. „Auf der Suche nach dem feurigen Kick stoßen Kunden immer wieder auf Produkte, auf denen zwar »scharf« draufsteht, in denen aber selten »scharf« drin ist", meint Beate Lütgert. Also produzierte Bille eine neue Salami und geizte bei der Zutatenvergabe nicht mit Habanero-Chili. Das Warndreieck auf der Verpackung – so viel steht fest – hat seine Berechtigung.

„Aktuell arbeiten wir an einer weiteren Salami für diese junge und moderne Produktlinie", erzählt Beate Lütgert. Mehr verraten will sie noch nicht.

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Haller-Kreisblatt 2016